Rundwanderungen um den Auersberg

Wandern im Erzgebirge
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Wanderungen im Auersberggebiet, dem geheimnisvollen Teil des Erzgebirges

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WANDERN IM ERZGEBIRGE - Geschichtliches

Noch im Mittelalter empfand man allgemein Grauen vor hohen Bergen. Selbst im 19. Jhdt. bezeichnete Chateaubriand die Alpen noch als scheußlich. Ein langer Prozeß war nötig, bis in der Renaissance die Schönheit der Landschaft der Gebirge entdeckt wurde.
So hat ein gewisser Magister Lehmann (1611-1688) am Ende des 17. Jhdts. die Lieblichkeit der erzgebirgischen Landschaft entdeckt, zugleich aber entsetzte auch er sich noch über die Rauhheit, Wildheit und Unwirtlichkeit des Landes, über die tückischen Sümpfe, schroffen Felsen, wilden Wetter, bösen Nebel und schrecklichen Schneestürme. Charakteristisch für die damalige Zeit war, daß in der Landschaft oben am Kamm nur die Unwirtlichkeit gesehen und gescheut wurde, aber für die Lieblichkeit der Täler und Auen war man aufgeschlossen.

WANDERN IM ERZGEBIRGE -Natur-Beschreibung

Von Norden her erhebt sich das Erzgebirge allmählich, um dann in einem Steilabfall zum böhmischen zu enden.
Wir haben es mit einem der ältesten Gebirge der Erde zu tun, also nicht zu vergleichen mit den bedeutend jüngeren Alpen.

Wer im Erzgebirge wandert, wird ergriffen sein von der Ruhe, Erhabenheit und Ehrwürdigkeit der Landschaft. Die Gipfel des Erzgebirges ragen nur 100-200m über den Kamm empor, Der Auersberg mit seinem wohlgeformten Granitkegel, der langgezogene Fichtel- und Keilberg, die charakteristischen Basaltberge – Pöhlberg, Bärenstein, Scheibenberg.
Die mittlere Kammhöhe (878m) liegt nur 67m über der mittleren Sattelhöhe (811m). Wer auf einem Höhenrücken auf der Nordabdachung nach Süden dem Kamm zu wandert, wird sich nicht im Gebirge, sondern auf einer welligen Hochebene wähnen. Auch beim Blick auf das Kammgebiet sieht er nur sanft geschwungene, weit gelagerte, der Horizontalen genäherte Höhenzüge. Ganz anders im Flußtal! Die Flüsse haben ein verhältnismäßig starkes Gefälle und konnten sich tief in das Gestein einfressen. Je härter das Gestein, umso steiler die Böschungen. Tief und steilwandig haben sich die Bäche und Flüsse in die Glimmerschieferformationen der Kammregion eingeschnitten. In dem weniger widerstandsfähigen Granit des westlichen Erzgebirges, der vor allem im Auersberggebiet geschlossen auftritt, zeichnen sich die Flußtäler durch schöne Felsbildungen aus. Sehr reizvoll ist beispielsweise eine Wanderung durch das Tal der Kleinen Bockau im Auersberggebiet, bezeichnenderweise “Höllental” genannt, oder durch das Steinbachtal bei Johanngeorgenstadt, im dem die “Teufelssteine” als schlanke Nadeln aufragen. Im Höllental wurde nach dem 2. Weltkrieg unweit Sosa die “Talsperre des Friedens” errichtet.

Es ist kaum zu sagen, welcher Talwanderung man den Vorzug geben soll. Alle diese Flüsse und Täler haben ihre charakteristischen, nicht vergleichbaren Schönheiten, z.B. das Schwarzwasser mit Schwarzenberg, einer wahren Perle des Erzgebirges, die Zwickauer Mulde mit dem gewerbefleißigen Aue, die Gr. Bockau, in die nach wildromantischem Lauf der Blauenthaler Wasserfall (s.eine eigene Beschreibung) mündet, bevor sie selbst die Zwickauer Mulde speist.

Meist ziehen sich auf halber Höhe des Hanges schöne Wanderwege hin, von denen aus man in reicher Abwechslung Blicke ins Tal und über die Höhen hat.
Die passionierten Wanderer werden jedoch von Ost nach West oder umgekehrt wandern. Das ist zwar etwas beschwerlich, denn es geht unaufhörlich bergauf und bergab, aber solche Wanderungen vereinigen die Vorzüge der Tal- und Höhenwanderungen.

Im Südabfall des Erzgebirges hat die Erosion tiefer greifende Wirkungen hinterlassen als auf der Nordabdachung. Infolge der Steilheit des Abfalls fraßen sich die Bäche und Flüsse sehr tief in das Gestein hinein und arbeiteten großartige Schluchtem mit stürzenden Wassern heraus, die vielfach alpinen Charakter tragen. Es kostet Mühe vom Süden her auf den Kamm zu wandern, aber die Mühe wird reichlich gelohnt durch das Erlebnis einer reichgegliederten Landschaft.

Das Auersberggebiet ist das schneesicherste Gebiet des gesamten Erzgebirges. Nicht, daß es hier mehr schneit als anderswo. Nein, der Schnee bleibt einfach länger erhalten. Hier liegt offenbar auch der Grund dafür, daß das Kammgebiet sich immer wieder als “Sächsisches Sibirien” bezeichnen lassen mußte. Während man in den Kammlagen noch bis in den April hinein Langlaufen kann, kommt in den Tälern der Frühling schon mit Macht mit einem Meer von Blüten. Ein wunderschöner Kontrast. Man könnte darüber streiten, ob eine Sommer- oder Winterwanderung im Erzgebirge schöner ist, denn  ob Krokus- und Narzissenwiesen im Frühling, großflächig blühende Orchideen im Sommer, oder reiche und vielfältige Pilzvorkommen im Herbst, wer Ende Januar oder im Februar auf Schneeschuhen durch den erzgebirgischen Winterwald streift, kennt jedenfalls die Schönheit dieser leuchtenden und strahlenden Tage.

Außer dem Kammweg, der zum größten Teil über die böhmische Seite des Erzgebirges führt, und einer Reihe von Talwanderungen hatte der Erzgebirgsverein drei Höhenwege markiert, die alle beim Kuhberg im westlichen Erzgebirge begannen. Eine einzelne Beschreibung der Wege ist zwar zu umfangreich, doch hier sind wenigstens die Routen...................................

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